Wie EDI den Einzelhandel unterstützt

Modernisierung der Lieferketten im Einzelhandel mit elektronischem Datenaustausch

Der Einzelhandel ist seit mehr als drei Jahrzehnten ein Vorreiter bei der Einführung von EDI und hat viele manuelle, papiergestützte Prozesse durch den elektronischen Dokumentenaustausch ersetzt. Auch wenn bereits erhebliche Fortschritte erzielt wurden, gibt es immer noch ungenutztes Potenzial für EDI, um in den zunehmend komplexen und globalisierten Ökosystemen des Einzelhandels einen noch größeren Mehrwert in Form von Datenaustausch zu schaffen.

Die Entwicklung und die Auswirkungen von EDI im Einzelhandel

Frühe EDI-Implementierungen im Einzelhandel, die von Unternehmen wie Walmart und Procter & Gamble vorangetrieben wurden, führten Innovationen wie Vendor Managed Inventory (VMI) ein - ein Modell, das es Lieferanten ermöglicht, den Nachschub für Einzelhändler zu verwalten. VMI rationalisiert den Produktfluss und reduziert die Verschwendung, insbesondere bei Waren mit hohem Umschlag oder verderblichen Produkten. Durch die Verlagerung der Wiederauffüllung von monatlichen auf wöchentliche oder tägliche Zyklen verbessert VMI die Reaktionsfähigkeit auf Werbeaktionen und die Kundennachfrage.

Heute spielt EDI weiterhin eine entscheidende Rolle bei:

  • Automatisierung von Aufträgen, Rechnungen und Lieferscheinen
  • Verbesserung der Prozesse für die direkte Filialbelieferung (DSD)
  • Aktivieren der globalen Datensynchronisation (GDS)

So kann beispielsweise die Verwendung von Lieferankündigungen (ASNs) die Empfangszeiten um bis zu 60 % reduzieren, wodurch große Einzelhändler jährlich Tausende von Stunden einsparen können. Diese Vorteile werden noch größer, wenn ASNs mit synchronisierten Produktdaten in der gesamten Lieferkette kombiniert werden.

Herausforderungen in der Lieferkette für Einzelhandelsinformationen

Die Lieferketten im Einzelhandel sind schnelllebig, nachfrageorientiert und fehleranfällig. Im Gegensatz zu anderen Branchen wirken sich Verzögerungen oder Ungenauigkeiten bei Bestellungen direkt auf den Kundenservice aus. Zunehmende SKU-Zahlen und häufige Lieferungen erhöhen die Komplexität noch zusätzlich.

EDI in der Lieferkette des Einzelhandels löst diese Probleme durch:

  • Beschleunigung der Transaktionsgeschwindigkeit
  • Verringerung von Fehlern und Diskrepanzen
  • Echtzeit-Transparenz von Beständen und Sendungen

Um diese Vorteile von EDI voll ausschöpfen zu können, müssen Logistikdienstleister und Finanzinstitute jedoch noch einiges tun. Durch die Nutzung des EDI-Datenaustauschs und die gemeinsame Nutzung von Daten in Echtzeit können Unternehmen vernetzte Arbeitsabläufe aufbauen, konsistente und abgestimmte Daten erhalten und schnellere und präzisere Entscheidungen über die gesamte Lieferkette hinweg sicherstellen.

EDI-Dokumentenstandards im Einzelhandel

In der Einzelhandelsbranche werden mehrere EDI-Standards verwendet:

  • Tradacoms: Einer der frühesten Standards, der trotz seiner Nachfolge durch EDIFACT EANCOM immer noch weit verbreitet ist.
  • VICS (Voluntary Inter-industry Commerce Solutions): VICS ist jetzt Teil von GS1 US und half bei der Entwicklung des QR-Standards (Quick Response) und des CPFR-Standards (Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment).
  • eCOM: Eine Reihe von EDI-basierten und aufkommenden XML-Standards, die für Lieferketten im Einzelhandel geeignet sind.

Branchenorganisationen, die EDI im Einzelhandel gestalten

Zu den wichtigsten Verbänden, die die Einführung von EDI im Einzelhandel unterstützen, gehören:

  • GS1: Überwacht die Standards für Barcodes, RFID und EDI-Nachrichten.
  • GDSN(Global Data Synchronization Network): Ermöglicht den sicheren, synchronisierten Austausch von Produkt- und Standortdaten über GS1-zertifizierte Datenpools.
  • GSMP(Global Standards Management Process): Aufrechterhaltung von EDI- und Datensynchronisationsstandards durch Zusammenarbeit von Einzelhändlern und Lieferanten.
  • GCI(Global Commerce Initiative): Definiert weltweit standardisierte Modelle wie das Global Product Classification (GPC)-System.
  • ARTS(Verband für Einzelhandelstechnologie-Standards): Konzentriert sich auf A2A-Standards (Anwendung-zu-Anwendung oder internes System-zu-System) wie UnifiedPOS und IXRetail.

Die Zukunft von EDI im Einzelhandel

Da der Omnichannel-Einzelhandel, die Personalisierung und der globale Handel die Komplexität erhöhen, ist EDI nach wie vor von zentraler Bedeutung, um agile, vernetzte Lieferketten zu ermöglichen. Durch die Modernisierung von Altsystemen und die Schaffung einer flexiblen, skalierbaren Lieferketteninfrastruktur, die den unterschiedlichen EDI-Anforderungen der Partner und den sich verändernden Geschäftsanforderungen gerecht wird, können sich Einzelhändler schneller anpassen. Die kontinuierliche Zusammenarbeit über vernetzte Netzwerke hinweg trägt dazu bei, Kosten zu senken, die Servicequalität zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Parallel dazu integrieren viele Einzelhändler moderne Technologien wie APIs, um einen dynamischeren Datenaustausch in Echtzeit mit Partnern zu ermöglichen. KI-gesteuerte Tools werden auch eingesetzt, um die Nachfrageprognose zu verbessern, Anomalien zu erkennen und Bestandsstrategien zu optimieren. Diese Innovationen ergänzen EDI, indem sie die Automatisierungsmöglichkeiten erweitern und die Lieferkettenabläufe intelligenter und reaktionsschneller machen.

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